75. Führungsgespräch – Neue Leitthemenagenda der Wissenschaftlichen Gesellschaft

Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, Veränderungen der globalen Wettbewerbsarena und der politischen Kräfteverhältnisse sowie immer deutlicher werdende Signale des Klimawandels stellen Unternehmen wie auch Gesellschaft zukünftig vor neue Herausforderungen. Im Spannungsfeld von Chancen und Risiken wird in nahezu allen Branchen die Anpassungswilligkeit und -fähigkeit von Unternehmensführung und Mitarbeitern auf den Prüfstand gestellt. Es ist dabei zum einen unbestritten, dass die Unternehmensführung gefordert ist, bestehende Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken und die unternehmensinternen Voraussetzungen für den notwendigen Wandel zu schaffen. Zum anderen sind Unternehmen aber auch in ein gesellschaftliches und politisches Umfeld eingebettet, das die Wandlungsfähigkeit determiniert. In diesem Kontext wird die Forderung nach dem „politischen Unternehmer“ immer lauter. Top-Führungskräfte sollten sich demnach in der Verantwortung sehen, den Wandel im eigenen Unternehmen voranzutreiben und gleichzeitig Verantwortung für die mit dem Wandel einhergehenden gesellschaftspolitischen Veränderungen über die Unternehmensgrenzen hinaus zu übernehmen.

Vor diesem Hintergrund verfolgte das 75. Führungsgespräch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für marktorientierte Unternehmensführung zwei Ziele: Einerseits ging es darum, die zentralen Zukunftsthemen („die CEO Agenda“) und die damit verbundenen Wandlungs- bzw. Evolutionserfordernisse der marktorientierten Unternehmensführung zu identifizieren und zu diskutieren. Die während des Führungsgesprächs definierten Zukunftsthemen Digitalisierung, Customer Centricity, Exzellenz, Ecological System, Wachstum und Kultur & War for Talents werden zukünftig als Agenda für die Wissenschaftliche Gesellschaft dienen und die kommenden Führungsgespräche thematisch leiten.

Zweitens sollten in Abhängigkeit von diesen Zukunftsthemen anschließend die Fragen beantwortet werden: Wie kann das gesellschaftspolitische Bewusstsein für den notwendigen Wandel im Unternehmensumfeld geschärft werden? Sind Anpassungen der Rahmenbedingungen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit notwendig? Und wenn ja, inwiefern muss die Unternehmensführung über die Unternehmensgrenzen hinaus Verantwortung für gesellschaftspolitische Anpassungsprozesse übernehmen? Besonders das Kamingespräch mit Sigmar Gabriel, ehemaligem Vizekanzler und Außenminister, sowie Minister Prof. Andreas Pinkwart machte die Relevanz dieser Fragen erneut deutlich. Herr Gabriel mahnte eindringlich an, dass Deutschland schneller auf die anstehenden grundlegenden Wandlungsprozesse reagieren müsse. Zögerliches Verhalten von Unternehmen oder offensichtliches Fehlverhalten führten sonst zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im Weltmarkt. Diese Perspektiven wurde im Laufe des Führungsgespräches aufgegriffen und vor den definierten Leitthemen lebhaft diskutiert.

Die zukünftigen Führungsgespräche, welche sich jeweils mit einzelnen Aspekten der Leitthemenagenda beschäftigen werden, bleiben also mit Spannung zu erwarten. Im April 2019 wird das Thema “Künstliche Intelligenz – Impulsgeber für neue Wachstumsstrategien” beim 76. Führungsgespräch im Fokus stehen.

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